Ypsilanti setzt auf erneuerbare Energien

Andrea Ypsilanti, Dr. Frank Pöhler, Hannelore Eckhardt, Reinhard Kahl, Thomas Raue

EDERTAL – HEMFURTH – EDERSEE. Andrea Ypsilanti, Landesvorsitzende der SPD und Spitzenkandidatin zur Landtagswahl im kommenden Jahr, besuchte am Dienstag die Pumpspeicherkraftwerke Waldeck I und Waldeck II in Hemfurth-Edersee. Die Besichtigung der E.ON-Wasserkraftanlagen war eine von insgesamt 50 Stationen, die während einer dreiwöchigen Sommertour auf dem Programm der Koch-Herausforderin stehen.
"Neue Energie für Hessen", lautet das Motto von Andrea Ypsilanti. "Mit der Sommertour zeigen wir, wie der Weg weg von fossiler und atomarer Energie aussehen kann. Nach unserer Regierungsübernahme werden solche Projekte nicht nur Einzelfälle bleiben, sondern dienen als Vorbild für den Einsatz im ganzen Land", zeigt sich die SPD-Spitzenkandidatin siegessicher für die Landtagswahlen im kommenden Jahr.Sie sei sehr früh in den Wahlkampf gestartet. "Das hat sicherlich viele überrascht, ich will aber damit zeigen, dass ich vorangehe", meinte die Südhessin, die vor den E.ON-Werkstoren von einer Wandergruppe abgefangen wurde. Nach einem freundlichen Gespräch ließ sich die Spitzenkandidatin anschließend mit den Wanderern fotografieren. "So etwas finde ich ganz einfach schön", meinte sie.In Begleitung von Professor Hermann Scheer, der nach einer möglichen Regierungsübernahme als Wirtschafts- und Umweltminister gehandelt wird, sowie der Wahlkreiskandidaten Hannelore Eckhardt, Reinhard Kahl und des SPD-Unterbezirksvorsitzenden Karl-Heinz Stadtler sowie weiterer Parteimitglieder ließ sich Ypsilanti von Werksleiter Dr. Frank Pöhler die Funktion der Pumpspeicher-Wasserkraftwerke am Edersee erklären. Das Energieunternehmen betreibt nach Angaben des Kraftwerks?chefs bundesweit 133 Wasserkraftanlagen und beschäftigt darin rund 1100 Mitarbeiter. Die Nutzung regenerativer Energien, insbesondere von Wind und Sonne, sei auch mit Problemen behaftet. Dr. Pöhler: "Was dort produziert wird, ist zu sehr den unvorhersehbaren Wetterschwankungen ausgeliefert, dadurch haben aber auch die Pumpspeicherkraftwerke deutlich an Bedeutung hinzugewonnen." Als eine ideale Energie-Erzeugungskonstellation bezeichnete Pöhler einen "gesunden Mix" aus bereits vorhandenen Techniken und regenerativen Energien. "Der Strom muss ja auch künftig noch bezahlbar sein", sagte der Kraftwerksleiter.Von der E.ON werde nur das übrig bleiben, was Strom aus regenerativen Energien erzeugen würde, prophezeite Professor Hermann Scheer. "Wir schätzen die Bedeutung der Windkraft schon ein wenig anders ein als beispielsweise der Energieriese E.ON", meinte auch Andrea Ypsilanti. Die Zukunft der Stromerzeugung liegt nach Ansicht des Professors in einer aufeinander abgestimmten Kombination aus Wind- und Wasserkraft. "Auch Hybridanlagen bieten schon heute unglaubliche Möglichkeiten für die Stromproduktion", erklärte Scheer. Nach dem Diskussionsgespräch und anschließender Besichtigung der Kraftwerksbaustelle sowie des Pumpspeicherkraftwerks Waldeck II verabschiedete sich die Spitzenkandidatin mit ihren Begleitern. "Ich werde noch oft in den Landkreis kommen", kündigte sie an.